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Archiv der Kategorie: Arsenal

Kiev 88 – Hasselbladski Nastrovje!

Kiev 88 – Hasselbladski Nastrovje!

Entgegen aller Warnungen, all der beängstigenden Schilderungen in Foren verstreut im Netz, habe ich es gewagt und mir eine Kiev 88 zugelegt. Und nicht einmal eine von Hartblei gesegnete, sondern eine alte Mamuschka. Für alle, denen das alles noch recht fremd vorkommt: Die Kiev 88 ist ein Hasselblad Nachbau aus der Ukraine. Die Firma Kiev stellte die Produktion 2010 ein.

Das mag das Risiko noch erhöhen, aber die Götter des Lichts waren mir gnädig gestimmt. Nach ersten Belichtungen zeigt sich, dass zumindest die Zeiten bis 1/250s einigermaßen stimmen. Licht kommt auch nur an den Film, wenn es das soll und der martialisch ratternde Verschluss ist ein wahre Freude.

Nun bin ich also endlich im Mittelformat angekommen. Eines ist allerdings klar: Eine kleine, leichte Immer-dabei-Kamera ist etwas anderes. Laut meiner Küchenwaage hängen mit der Ukrainerin gute 1,5 Kilo an der bald müden Schulter. Das macht sie dann wohl doch eher zu einer gelegentlichen Begleiterin in speziellen Momenten. Was mir aber von vornherein auffiel, ist, dass  man sich fast schon automatisch intensiver mit dem Bildaufbau in dem riesigen Lichtschacht befasst.

Hier seht Ihr meine ersten Bilder aus dem Bauch der Bestie:

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Filme habe ich mir schon vor Ankunft der Kamera in der Bucht bestellt. Den Ilford Delta 400 gibt es dort im 5er Pack (frisch) für rund 27,- Euro inkl. Versand.

Etwas, das mich immer wieder fasziniert, ist, dass man eigentlich alles über Youtube lernen kann. So war es auch dieses Mal. Da ich nicht wusste, wie man einen Rollfilm in die Filmbox der Kiev einspannen würde, habe ich auf gut Glück in den Untiefen der „Du-Röhre“ gestöbert und bin auf dieses kleine Tutorial gestoßen. Danach ging es fast wie von selbst.

 
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Verfasst von - 29. Juli 2012 in Arsenal, Bilder, Caffenol

 

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Mit der Russin in Österreich – Zorki 4 in Faistenau

Wer mit einer rassigen Russin in den Urlaub fährt, braucht starke Nerven, aber ich tue ihr Unrecht. Meine kleine Zorki ist wirklich pflegeleicht. Dabei war die Woche in Faistenau im Salzkammergut die erste Belastungsprobe für unsere junge Beziehung. Das Wetter? Von 10 cm Neuschnee bis 17°C war alles dabei. Ich habe die Zorki auf 1600m über den Meeresspiegel geschleppt und sie in den Straßen der Salzburger Altstadt Gassi g’führt. Die Ergebnisse seht Ihr hier:

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Autor: Andreas Fingas

 
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Verfasst von - 19. April 2012 in Arsenal, Bilder, Caffenol

 

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Schnee im Sommer – ohne Photoshop

Manchmal greift man nach den Sternen und findet sich doch in der Kloschüssel wieder. Wer auf ebay die dort weit verbreiteten Zorkis/FEDs und Consorten ersteigert, kann Glück haben und halbwegs gut erhaltenes Gerät bekommen. In anderen Fällen, wie zuletzt bei meiner Zorki 6 bekommt man aber leider Schrott. Wenn nach den ersten trockenen Versuchen ohne Film die Zeiten nach Gehör eingermaßen laufen, sich alles dreht, was sich drehen lassen soll und sonst nichts wackelt, fasst man schon Mut. Spätestens nach dem ersten damit geschossenen Film und dessen Entwicklung kommt man der Sache aber auf den Grund und dieser kann dunkel und traurig sein – oder wie bei meiner kleinen Russin: gesprenkelt mit überbelichteten Punkten.

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Wie an den beiden Bildern hier gut zu erkennen ist, hatte ich bei dem Bild mit der Kutsche den Verschluss schon längere Zeit vorher gespannt, bei dem Bild mit den Blumen habe ich erst direkt vor dem Klick gespannt. Daher auch die unterschiedliche Menge an Licht, die durch die unzähligen Löcher im Vorhang eintreten konnte. Es sieht ein wenig so aus, als würde es schneien – und das ganz ohne aufwendige Photoshop Bearbeitung – aber klar ist, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt.

Ein Test mit der Taschenlampe bestätigte mir anschließend auch, dass der Verschlussvorhang bei ausgelöstem Verschluss 1a in Ordnung war. deshalb war ich auch beim Einlegen des Films nicht stutzig geworden. Bei gespanntem Auslöser aber, zeigt sich ein trauriges Bild. Die Gummierung war nur noch in Resten zu erahnen und daher kam auch der Lichteinfall. Schade um die kleine Russentusse, aber eine Hoffnung bleibt.

Hier gibt es sehr detaillierte Reparaturanleitungen und das nicht nur für Russinnen, sondern auch für andere alte Kameras. Ist auf jeden Fall ein Blick wert, wenn die Gutste kränkelt. Wie es mit meiner Zorki 6 wird, verrate ich Euch dann demnächst.

 

Autor: Andreas Fingas

 
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Verfasst von - 20. März 2012 in Arsenal, Bilder

 

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Caffenol – Entwicklung mit der groben Kelle

Hallo liebe caffenophile Analog-Liebhaber! Jetzt habe ich seit meiner ersten Gehversuche mit der braunen Brühe schon meinen sechsten Schwarzweißfilm erfolgreich entwicklet und möchte gern eine für mich wesentliche Erkenntnis mit Euch teilen. Oft liest man auf den einschlägigen Blogs und in den Foren Sätze wie: „Immer genau abmessen“, „nicht mit Teelöffel hantieren“ oder „Das Wasser muss genau diese oder jene Temperatur haben, sonst klappt’s nicht“…Dazu muss ich im Rückblick auf meine bisher kontrastreich und gut entwickleten Filme sagen: Geht auch entspannter.

Wohlgemerkt beziehe ich mich hier auf mein Vorgehen mit meinen Zutaten und immer dem gleichen Film. Allerdings kann ich all jene beruhigen, die mit Schweißperlen auf der Stirn vor der Küchenwage Instantkaffee abwiegen und schon die Schreckensbilder einer misslungenen Entwicklung vor Augen haben.

Daher zuerst einmal mein Arsenal an Zutaten, das ich mit meiner Schwarzweiß-Alchemie zu „fotografischem Gold“ vergähren lasse:

  • Instantkaffe mit Koffein Marke Belmont (von Aldi)
  • Waschsoda flüssig oder in Pulverform der Marke REINE (Von dm oder EDEKA)
  • Vitamin C in Pulverform (gibt’s auch bei dm)
  • Destilliertes Wasser (Gibt’s im Trockner)
  • Fixierer in Pulverform für 3/4 Liter Marke CALBE A 300 SW (Gibt’s für 4,95 inkl. VK bei ebay)
  • Klarspüler

Meine Kühlschranktür ist immer gut gefüllt mit Filmen der Marke AGFA APX 100, die es für rund 3,- Euro das Stück bei dm gibt.

Nun aber zum Vorgehen, wie ich meine Filme entwickle:

1. Ich nehme mir die JOBO Entwicklerdose, Kombizange und Schere zur Hand, gehe in die stockdunkle Abstellkammer, wo ich schimpfend und polternd den Film aus der Filmdose in die Spule des Entwicklungstanks friemele. Deckel drauf und Licht an.

2. Vor mir stehen jetzt auf der Küchenablage drei Gläser, in die ich kaltes Wasser aus der Leitung (1/2 Liter denn soviel fasst mein Tank) zu gleichen Teilen gefüllt habe. Im ersten Glas habe ich noch vor meinem Aufenthalt in der Kammer sechs Teelöffel Kaffee gegeben und aufgelöst. Das zweite enthält Wasser mit etwa einem Schnapsglas voll flüssigem Soda (alternativ 1 1/2 Teelöffel Soda-Pulver) und im dritten Glas ist 1/2 Teelöffel Ascorbinsäure/Vitamin C gelöst.

3. Diese drei Gläser schütte ich nun in einem großen Messbecher zusammen und gieße die Mischung in den Entwicklungstank. Dieser Schritt dauert jetzt in etwa 13 Minuten. In der ersten Minute drehe ich die Dose immer wieder langsam auf den Kopf und zurück und stelle sie dann mit einem leichten Knall auf die Arbeitsplatte. Nebenher läuft die Stoppuhr (Handy oder ähnliches). Jede Minuten nehme ich die Dose wieder hoch und kippe sie 3 Mal. Das wiederhole ich bis die Stoppuhr bei 13 oder so angekommen ist – 1 Minuten warten…3 Mal kippen… und so weiter. Dann gieße ich die Soße in einen Topf, den ich bereit gestellt habe.

4. Für das Stoppbad nehme ich wieder einen 1/2 Liter kaltes Wasser direkt aus der Leitung und kippe die Dose damit 10 Mal – auskippen – nochmal wässern mit frischem Wasser und ein drittes Mal, um wirklich alle Reste Ceffenol zu entfernen (Sonst färbt sich der Fixierer sehr schnell braun).

5. Jetzt kommt der Fixierer zum Einsatz. Hierfür habe ich mir ein paar Gummihandschuhe übergestreift, da die Fixierlösung im Hautkontakt schädlich sein kann. Diese habe ich bereits im Vorfeld in einem 3/4 Liter Wasser aufgelöst und in eine wieder verschließbare Flasche gefüllt (genau wie auch das destillierte Wasser). Ich kippe nun einen 1/2 Liter Fixierer in die Dose und kippe wieder die erste Minute behutsam. Dann geht es analog der Entwicklung mit der Caffenol-Lösung im 1-Minuten-Rhytmus weiter. Nach ca. 10 Minuten gieße ich den Fixierer über einen Trichter zurück in die Flasche, denn diesen kann man öfter wiederverwenden.

6. Jetzt wässere ich wieder mit einem 1/2 Liter Leitungswasser (10 Mal kippen) und gieße es aus. Das gleiche nochmal und dann: Im Messbecher habe ich einen 1/2 Liter Wasser mit einem Spritzer Klarspüler vermischt, das ich jetzt in die Dose gebe und wieder 10 Mal kippe.

7. Auskippen, Dose aufschrauben, Spule raus und öffnen, den Film zwischen Zeige- und Mittelfinger durchziehen und die Flüssigkeit grob abzustreifen und ab zum Trocknen. Ich hänge meine Filme mit zwei Wäscheklammern an der Leiste meiner Deckenlampe auf, aber Vorsicht vor zu heißen Halogenbirnen! Die eine Klammer hält den Film oben an der Lampe, die andere beschwert ihn unten.

Voilà – Das war’s

Bisher bin ich mit dieser wirklich vagen Vorgehensweise, ohne großes Wiegen und Abmessen im Milliliter-Bereich wirklich gut gefahren. Habe aber auch gehört, dass der APX 100 ein sehr umgänglicher Film sein soll, der viel verzeiht. Aber sei’s d’rum. Mehr Kniebohrerei muss meiner Meinung nach nicht sein. Die Ergebnisse seht Ihr auch auf dieser Seite in meinen anderen Beiträgen.

Hier nochmal der Ablauf in schnell und kurz, gerne auch zum Ausdrucken und Laminieren:

  • Wasser in der Menge, wie es der Tank fasst auf drei Gläser verteilen
  • Ins erste 6 TL Kaffee, ins zweite 1 1/2 TL Soda ins dritte 1/2 TL Vitamin C/Ascorbinsäure
  • Alles gut verrühren und stehen lassen
  • Film in Tank packen
  • Caffenol-Lösung in Tank und 13 Minuten alle 1 Min. 3 x kippen
  • Stoppbad mit Leitungswasser (10 X kippen)
  • 2 x wässern mit frischem Wasser (10 X kippen)
  • Fixierer in der Menge des Tankfassungsvermögens (Zeit hängt vom Fixierer ab) 10 Min. lang alle 1 Min. 3 x kippen
  • 2 x Mit destilliertem Wasser spülen (10 X kippen)
  • Mit destilliertem Wasser und Klarspüler spülen (10 X kippen)
  • Film herausnehmen und abstreifen
  • Film zum Trocknen aufhängen

Wenn Ihr dazu Fragen habt, oder mich ob meiner ketzerischen Aussagen schlagen wollt, seid Ihr herzlich willkommen 😉

Autor: Andreas Fingas

 
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Verfasst von - 13. März 2012 in Arsenal, Caffenol

 

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FED 5 – Der Elefantenmensch?

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Ich habe mir sagen lassen müssen, dass viele Analog-Fotografen ein dunkles Geheimnis hüten. Viele hätten eine Zorki, eine FED C oder zur Not eine FED 2 oder besser noch eine Kiev, weit ab der Kindereien mit 35mm Film zuhause. Gerne reden diese Fotoartisten über ihr anachronistisches Arsenal, wobei ich dieses Adjektiv im bestmöglichen Sinn verstanden haben möchte. Gleichzeitig verbergen sie jedoch eine FED 5, als wäre sie der Elefantenmensch unter den Analog-Knipsen. Warum? Das ist mir ein Rätsel. Ich mag meine FED der späten Tage. Sie hat einen gut funktionierenden Selen-Belichtungsmesser und auch der Entfernungsmesser ist nicht obszön verschoben, wie es mir bei so mancher FED 3 und Zorki 4 schon untergekommen ist.

Meiner Ansicht nach stammen übrigens 90% der in der Bucht gehandelten FEDs und Zorkis aus dem Bestand der ehemaligen russichen und ukrainischen Ausschuss-Kontainer dieser Kamerahersteller. Es ist ein wahres Wunder, wenn man ein einigermaßen gut erhaltenes Exemplar dieser vermeintlich grundsoliden Kameras ersteigert. Daher mein Rat an alle, die die Gelegenheit haben: Geht auf die Börsen, nehmt die Dinger in die Hand und schätzt ab, ob die Zeiten laufen, prüft, ob der Entfernungsmesser horizontal und vertikal justiert ist und blickt mal von hinten durch den sich öffnenden Tuchverschlus, ob er nicht einfach durchrauscht. Damit werdet ihr sicher glücklicher!

Nun aber zurück zu meinem Elefantenmädchen. Wie auch die FEDs vor ihr beruht sie technisch gesehen auf den Vorkriegsleicas. Das Design dieser seit 1978 (bis heute!) gebauten Kleinbildkamera hat sich von ihrer Urgroßmutter aber doch schon weit entfernt. Der Kopfteil ist ungewöhnlich hoch, was ihr ein etwas klobiges Feeling verleiht. Das ist wohl dem Einbau des Belichtungsmessers geschuldet. Von der FED 5 existieren verschiedene Versionen, über deren Unterscheidungsmerkmale hier mehr zu erfahren ist.
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Verfasst von - 23. Februar 2012 in Arsenal

 

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Zeiss Ikon – Contina

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Die Zeiss Ikon Contina ist die Weiterentwicklung der Zeiss „Ikonta“, wie sie direkt nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Meine Contina besitzt keinen Balgen mehr, sondern ein fest verbautes Pantar Objektiv mit einer maximalen Blendenöffnung von 2.8. Weiterhin sitzt links über dem Objektiv ein Selen-Belichtungsmesser, der eine Nadel oben auf dem Kopfteil zum Ausschlag bringt. Durch drehen der Objektivringe für Blende und Belichtungszeit muss man nun noch einen kleinen weißen Kreis mit der Nadel in Deckung bringen, um eine passende Kombination für das gemessene Licht zu erhalten. Die Ringe am Objektiv sind mit einander gekoppelt und lassen sich so nur eingeschränkt bewegen.

Das Auslösegeräusch ist ein wahrer Ohrenschmeichler und der solide gefertigte Zentralverschluss verrichtet auch nach inzwischen über 50 Jahren zuverlässig seinen Dienst. Im Gegensatz zu den etwa gleichaltrigen FEDs und Zorkis mit Tuchverschluss ist sie wesentlich weniger anfällig für Verschleiß. Die Contina wurde in unterschiedlichen Ausführungen ab 1954 von Zeiss gebaut.

 
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Verfasst von - 22. Februar 2012 in Arsenal

 

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