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Keine vorzeitige Entbindung

Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass der Analogfotograf durch die begrenzte Anzahl verfügbarer Bilder auf einem Negativfilm, bewusster und ernster mit diesem Medium umgehe als der Digitalfotograf. Allgemein gilt dies als positive Eigenschaft der analogen Fotografie – ein Bisschen Zen eben.
Ich stelle aber immer wieder fest, dass es schmerzlich lange dauern kann, diese scheinbar lächerlichen 36 Bilder zu verknipsen, vor allem wenn man damit eine kürzlich angeschaffte Analoge testen will. Gleichzeitig widerstrebt es mir einen Film vorzeitig abzubrechen, zurückzuspulen und unter hastigem Lechzen den braunen Fluten zu übergeben. Also habe ich – dieses Mal meine FED 5 – die Knipse den Film voll austragen lassen und schließlich wohlgenährt an Fotos gestern entbunden. Eine kleine Auswahl dieser Schüsse findet ihr hier unten. Die gute Nachricht: Meine FED 5 läuft in allen Bereichen ganz ausgezeichnet ;). Die beunruhigende Nachricht: Fünf weitere Kameras sind immer noch trächtig…

 

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Verfasst von - 11. März 2012 in Bilder, Caffenol

 

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FED 5 – Der Elefantenmensch?

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Ich habe mir sagen lassen müssen, dass viele Analog-Fotografen ein dunkles Geheimnis hüten. Viele hätten eine Zorki, eine FED C oder zur Not eine FED 2 oder besser noch eine Kiev, weit ab der Kindereien mit 35mm Film zuhause. Gerne reden diese Fotoartisten über ihr anachronistisches Arsenal, wobei ich dieses Adjektiv im bestmöglichen Sinn verstanden haben möchte. Gleichzeitig verbergen sie jedoch eine FED 5, als wäre sie der Elefantenmensch unter den Analog-Knipsen. Warum? Das ist mir ein Rätsel. Ich mag meine FED der späten Tage. Sie hat einen gut funktionierenden Selen-Belichtungsmesser und auch der Entfernungsmesser ist nicht obszön verschoben, wie es mir bei so mancher FED 3 und Zorki 4 schon untergekommen ist.

Meiner Ansicht nach stammen übrigens 90% der in der Bucht gehandelten FEDs und Zorkis aus dem Bestand der ehemaligen russichen und ukrainischen Ausschuss-Kontainer dieser Kamerahersteller. Es ist ein wahres Wunder, wenn man ein einigermaßen gut erhaltenes Exemplar dieser vermeintlich grundsoliden Kameras ersteigert. Daher mein Rat an alle, die die Gelegenheit haben: Geht auf die Börsen, nehmt die Dinger in die Hand und schätzt ab, ob die Zeiten laufen, prüft, ob der Entfernungsmesser horizontal und vertikal justiert ist und blickt mal von hinten durch den sich öffnenden Tuchverschlus, ob er nicht einfach durchrauscht. Damit werdet ihr sicher glücklicher!

Nun aber zurück zu meinem Elefantenmädchen. Wie auch die FEDs vor ihr beruht sie technisch gesehen auf den Vorkriegsleicas. Das Design dieser seit 1978 (bis heute!) gebauten Kleinbildkamera hat sich von ihrer Urgroßmutter aber doch schon weit entfernt. Der Kopfteil ist ungewöhnlich hoch, was ihr ein etwas klobiges Feeling verleiht. Das ist wohl dem Einbau des Belichtungsmessers geschuldet. Von der FED 5 existieren verschiedene Versionen, über deren Unterscheidungsmerkmale hier mehr zu erfahren ist.
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Verfasst von - 23. Februar 2012 in Arsenal

 

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Zeiss Ikon – Contina

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Die Zeiss Ikon Contina ist die Weiterentwicklung der Zeiss „Ikonta“, wie sie direkt nach dem zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Meine Contina besitzt keinen Balgen mehr, sondern ein fest verbautes Pantar Objektiv mit einer maximalen Blendenöffnung von 2.8. Weiterhin sitzt links über dem Objektiv ein Selen-Belichtungsmesser, der eine Nadel oben auf dem Kopfteil zum Ausschlag bringt. Durch drehen der Objektivringe für Blende und Belichtungszeit muss man nun noch einen kleinen weißen Kreis mit der Nadel in Deckung bringen, um eine passende Kombination für das gemessene Licht zu erhalten. Die Ringe am Objektiv sind mit einander gekoppelt und lassen sich so nur eingeschränkt bewegen.

Das Auslösegeräusch ist ein wahrer Ohrenschmeichler und der solide gefertigte Zentralverschluss verrichtet auch nach inzwischen über 50 Jahren zuverlässig seinen Dienst. Im Gegensatz zu den etwa gleichaltrigen FEDs und Zorkis mit Tuchverschluss ist sie wesentlich weniger anfällig für Verschleiß. Die Contina wurde in unterschiedlichen Ausführungen ab 1954 von Zeiss gebaut.

 
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Verfasst von - 22. Februar 2012 in Arsenal

 

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Der Virus in der Kaffeedose

Es muss wohl einen Virus geben, der sich besonders in Instantkaffee-Dosen wohl fühlt und ausschließlich Fotografen befällt. Die Symptome, die dieser auslöst reichen von milder Digitalkameraallergie, über starkes Verlangen nach Schwarzweiß-Filmen bis hin zu exzessiver Lichtscheu. Heilung scheint schwierig, behandeln lässt sich die Krankheit aber offenbar durch systematisches und regelmäßiges Einlegen belichteter Filme in Caffenol. Wer wie ich von diesem Virus befallen wurde, findet Hilfe unter Anderem auf folgenden Seiten:

http://caffenol.blogspot.com/

http://www.caffenol.org/de/

http://www.martinawoll.de/mwo/index.php?/analog/caffenol/

http://www.digitaltruth.com/data/caffenol.php

http://de.engadget.com/2011/07/05/diy-fotoentwickler-aus-dem-kuchenschrank-caffenol-enthalt-kaffee/

http://content.photojojo.com/tutorials/coffee-caffenol-film-developing/

http://blog.steinkrueger-foto.de/sw-entwicklung-mit-caffenol/

 
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Verfasst von - 22. Februar 2012 in Caffenol

 

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Ein aufgewärmter Flirt

Als die Kälte noch klirrte, als einem noch der Atem die Nasenscheidewand mit Raureif überzog – kurzum – vor einer Woche trug ich meine FED 3 spazieren und fing mir diese drei Bilder. Ich bin erst vor Kurzem wieder auf die analoge Fotografie gestoßen, so wie man seine erste Freundin nach Jahrzehnten wieder trifft und sich nur noch an die guten Dinge erinnert. Dieses Mal wollte ich die Beziehung aber auf solidere Füße stellen und begann damit, meinen ersten SW Film mit caffenol zu entwickeln. Bisher verstehen wir uns gut, meine Ex und ich und vielleicht hilft die Wundersuppe ja, eine ernste Sache aus unserem aufgewärmten Flirt zu machen…

 

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Autor: Andreas Fingas

 
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Verfasst von - 20. Februar 2012 in Bilder

 

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